Ausbildung zur Therapeutin, zum Therapeuten für Craniosacrale Therapie

Ausbildungsseminare am Institut Gießen

Seit über 10 Jahren unterrichte ich die Craniosacraltherapie und bin immer wieder aufs Neue begeistert von dieser Arbeit. „Cranio“ ist nicht einfach eine Technik, die erlernt werden kann, sie ist fast schon eine Lebenshaltung und eine Ausbildung darin bringt auch immer eine Veränderung der eigenen Sichtweise und Haltung mit sich. Die Inhalte meines Unterrichts sind geprägt von meinen Lehrern Jacques Caluwé, Hugh Milne, Michael Shea und Einflüssen aus der Prozessarbeit nach Arnold Mindell. Tatsächlich hat sich über die Jahre ein ganz eigener Stil entwickelt, die Craniosacraltherapie zu unterrichten und die Schüler bei ihren ersten Schritten zu begleiten. Bisher umfasste die Ausbildung 7 Seminare inklusive Einführung und dauerte ca. zweieinhalb Jahre.

Ende 2016 beginnt eine neue Kursreihe, die Ende 2017 schon mit einer Prüfung abgeschlossen werden kann. In 2018 gibt es dann noch weitführende Kurse (C6 und C7), die vor allem die biodynamische Praxis und die Entwicklung der Craniosacralarbeit als Thema beinhalten. Es ist sinnvoll, die Kurse nacheinander zu durchlaufen und wirklich „dran zu bleiben“. Während der Ausbildung gibt es Hausaufgaben, um das Gelernte zu vertiefen und jeder Schüler sollte ein themenbezogenes Referat ausarbeiten. Zu den Themen gehören z.B.  das Vegetatives Nervensystem,  die Integration von Trauma, Körperarbeit,  Prozessarbeit, die Polyvagaltheorie etc.  Auch Austauschbehandlungen und das protokollieren von Behandlungen sind Bestandteile der Ausbildung. Die Ausbildung endet mit einer mündlichen und praktischen Prüfung und bezieht die Protokolle und die Referate in die Bewertung mit ein.

Für Quereinsteiger auch aus anderen Instituten oder Lehreinrichtungen gelten besondere Bedingungen. Es erfordert eine persönliche Rücksprache mit mir, um einen guten Einstieg zu finden. Bitte haben Sie dafür Verständnis, denn die Craniosacralarbeit ist ein weites Feld und wird mit unterschiedlichen Schwerpunkten unterrichtet.

Die Ausbildung richtet sich an Berufsgruppen, die bereits mit Menschen arbeiten (Heilpraktiker, Ärzte, Physiotherapeuten, Psychologen etc.).

Cranial

Das Einführungsseminar steht allen Teilnehmern offen, die an einer Ausbildung in Craniosacraler Therapie interessiert sind. Die Termine für die Ausbildung stehen noch nicht endgültig fest. Der Start der Ausbildungsreihe wird Mitte Herbst sein.

Das Einführungsseminar vermittelt die geschichtlichen Hintergründe der Craniosacralarbeit.  Wo kommt sie her und wo steht sie heute, welche Entwicklungen zeichnen sich ab?  Besonders die Entdeckungen und Forschungen der Gründerväter werden hier Thema sein.

Erste Wahrnehmungsübungen mit dem craniosacralen System am eigenen Körper und an anderen geben einen ersten Eindruck, was „Cranio“ sein kann. Mir ist wichtig, eine gute anatomische und technische Wissensgrundlage zu schaffen, an der wir uns orientieren können, wenn es über die (strukturellen) Grenzen hinaus spannend wird. Hier geht es um ein Eintauchen in langsamere, meditative Frequenzen und ein weites Wahrnehmungsfeld. Oder wie eine Klientin es formulierte: „In diesem Zustand ist viel mehr möglich“.


Einführungsseminar: 14. - 16. Juli 2017

Cranial 1: Termin wird noch bekannt gegeben

Cranial 2: Termin wird noch bekannt gegeben

Cranial 3: Termin wird noch bekannt gegeben

Cranial 4: Termin wird noch bekannt gegeben

Cranial 6: Termin wird noch bekannt gegeben

Cranial 7: Termin wird noch bekannt gegeben


ZUR ANMELDUNG

Geschichte der Craniosacralarbeit
Osteopathische Wurzeln
Visionäre Aspekte
Anatomie und Physiologie des Craniosacralen Systems
Anatomie der Schädelgruben
Die Schädelbasis
Schädelbasisdysfunktionen und deren Auswirkungen
Das Os sphenoidale

Der erste Kurs befasst sich mit den Wurzeln der Craniosacralarbeit und der Osteopathie.  Vor allem wird uns die Geschichte der Gründerväter Andrew Taylor Still (1828 – 1917) und William Garner Sutherland (1873 – 1954) beschäftigen, die ihre Erkenntnisse aus jahrelangen anatomischen und praktischen Studien und Erfahrungen am eigenen Körper erlangten.  Der visionäre Aspekt ist geprägt durch meinen Lehrer, Hugh Milne (1948 in Schottland geboren), der die Craniosacralarbeit um ein Vielfaches erweitert hat. Seine Arbeit ist es, die viele Teile zusammenführt mit Einflüssen aus der Osteopathie, der Akupunktur, der Energiearbeit, dem Schamanismus und Taoismus.

Hier geht es um Cranio als spirituelle Praxis, ein „Herz-lauschen“ in die Stille, ein inneres Sehen, Hören und Spüren, was wirklich da ist. Erste anatomische Kenntnisse dienen uns als Orientierung und betreffen vor allem die umgebenden Strukturen des Zentralnervensystems wie  Hirn- und Rückenmarkshäute, Liquor cerebrospinalis und Schädelknochen, Wirbelsäule und Kreuzbein (Os sacrum). Unsere Reise in die funktionellen Abläufe und die energetischen Aspekte des Craniosacralen Systems, beginnt an der Schädelbasis. Das Schädelbasisgelenk mit seinen kleinen Bewegungsmöglichkeiten und Einstellungen ist so zentral, dass es Auswirkungen auf den gesamten Körper und das Innere Milieu hat.

Es gibt erste Wahrnehmungsübungen, den craniosacralen Rhythmus zu spüren und erste kleine Behandlungssequenzen. Ein gut funktionierendes Schädelbasisgelenk ist für den körperlichen und seelischen Zustand von großer Bedeutung. Unser Wohlbefinden spiegelt sich in den Augen. Die Augen sind die Spiegel der Seele. „Schräglagen“ im Schädelbasisgelenk können zu allerhand seltsamen Zuständen führen. Von „aus der Bahn geworfen sein“ über  dumpfe Kopfschmerzen und Sinusitis, bis hin zu Persönlichkeitsstörungen.

Anatomie der Beckenschale
Muskulatur und Ligamente des Beckens
Transversale Diaphragmen und Übergänge
Das Stomatognathische System
Anatomie und Biomechanik des Kiefergelenkes
Craniomandibuläre Dysfunktionen und ihre Korrektur
Mandibula (Unterkiefer)
Os sacrum (Kreuzbein)
Vortrag: Traumaheilung nach Peter Levine

Im 2. Kurs nähern wir uns den anatomischen und funktionellen Gegebenheiten des Beckens und des stomatognathen Systems. Es geht um die enge Verbindung zwischen Kiefer und Becken und den Auswirkungen von Spannnungsverhältnissen auf den gesamten Körper. Wir sehen, wie die Beckenschale mit dem ebenso schalenartigen Kiefer in enger Beziehung steht. Weitergetragen werden die Spannungen durch die transversalen Diaphragmen, die den Körper in Etagen unterteilen.

Transversale Diaphragmen, deren Spannungen sich oft an der Schädelbasis widerspiegeln, gehören nicht direkt zum Craniosacralen System, haben aber einen großen Einfluss auf die Schädelknochenbewegung. Zu den transversalen Diaphragmen gehören das Perineum, das Zwerchfell, die Thoraxapertur, das Atlantooccipitalgelenk und das Tentorium cerebelli.  Mit dem Os sacrum und der Mandibula gehen wir in einen inneren Dialog und studieren diese Knochen als Aspekte der Persönlichkeit. Zu diesem Kurs gehört auch ein Vortrag über die Traumatherapie nach Peter Levine. Sie zeigt, wie der Körper in der Lage ist, ein Trauma zu verarbeiten und wie die traumatischen Ereignisse integriert werden können.

Viscerocranium
Pneumatische Knochen
Anatomie der Lufthöhlen
Drainagetechniken
Suturen
Doppelgriffe
Prozessbegleitung
Vortrag: Prozessarbeit nach Arnold Mindell oder Authentic movement

Im 3. Kurs beschäftigen wir uns mit den Gesichtsschädelknochen und den Nebenhöhlen.  Anders als beim Neurocranium, geht es hier um die Bereiche der Atmung, des Aufnehmens von Nahrung und ihre beginnende Verdauung. Wir lernen die Anatomie von Oberkiefer, Siebbein, Frontale, Jochbein, Nasenbein und Pflugscharbein und ihr sensibles Zusammenspiel kennen und
studieren die Lufthöhlen und ihre Aufgabe für den gesamten Schädel. Die Doppelgriffe eignen sich hervorragend für ein Freiwinden zwischen Ober und Unterkiefer, zwischen Keilbein und Jochbögen oder um das Neurocranium mit dem Viscerocranium zu harmonisieren.

Das Unwinding ("Entwirren") ist ein Phänomen der Craniosacralen Arbeit, was oft automatisch stattfindet und den Körper aus seinen Gewebestasen befreit. Das Gewebe entwindet sich aus seinen lange bestehenden Spannungen und sichtbar wird oft eine Geschichte, die sich zeigen will. An dieser Stelle kann die sonst eher ruhige Craniosacralarbeit die kleinen feinen Bewegungen in größerer Dynamik sichtbar werden lassen. In kurzen Übungssequenzen folgen wir unseren eigenen feinen Bewegungen im Körper, die sich spontan zeigen wollen und üben uns darin, diese Prozesse auch bei anderen zu begleiten.

Venöses Sinussystem
Gehirn und vegetatives Nervensystem
Vortrag: Polyvagaltheorie nach Stephen Porges
Das biodynamische Modell
Die Tides
Prüfung

Das Sinussystem im Schädel ist verantwortlich für den Abtransport des venösen Blutes aus dem Schädel. Eingebettet in die Hirnhaut (Dura mater) transportieren die Blutleiter das venöse Blut aus dem Schädel zur oberen Hohlvene. Wir üben uns in Drainagetechniken, um diesen physiologischen Prozess zu unterstützen. Das Vegetative Nervensystem ist der Anteil des Nervensystems, welcher sich unserer Kontrolle weitestgehend entzieht. Die autonome Regulation findet ständig statt und bringt unseren Körper ins Gleichgewicht. Wir befassen uns in Cranial 6 mit den Auswirkungen von "Stress" auf das vegetative Nervensystem und dessen zentralen Anteilen im Gehirn, wie Hypothalamus, Thalamus und limbisches System.

Ein weitere Aspekt wird die Wahrnehmung der unterschiedlichen Rhythmen sein. In der Craniosacralarbeit wird von den Gezeiten oder der Tide gesprochen. Das Wahrnehmen der Tide setzt voraus, dass wir in die Stille gehen, was ein großer Bestandteil dieses Kurses sein wird. Die Technik rückt in den Hintergrund zugunsten einer größeren Präsenz.

Die Prüfung besteht aus einem praktischen Teil und einem mündlichen Teil. Das schriftliche Beitrag erfolgt während der Ausbildung durch das protokollieren von Übungsbehandlungen und dem schriftlichen Ausarbeiten eines Referates.